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Jugendbetreuungsmodell für Wörgl

Nachlese zum Freigeld-Stammtisch am 11. Mai 2004\ & weitere Bildungsarbeit

Um den Freigeld-Stammtisch des Unterguggenberger Institutes scharten sich am 11. Mai im Wörgler Volkshaus 19 Personen, die sich einerseits über den Fortschritt betreffs Jugendbetreuungsmodell mithilfe einer Komplementärwährung informierten und andererseits Vorschläge für die weitere Bildungsarbeit unseres Vereines einbrachten.

Im Rahmen der Lokalen Agenda 21 befasst sich eine Projektgruppe im Arbeitskreis Kultur & Bildung mit dem Thema Regionalentwicklung durch Komplementärwährung. In der Stadt stößt vor allem das Jugendbetreuungsmodell „youth @ work“, das beim Freigeld-Stammtisch im März vorgestellt wurde, auf Interesse. Dass Koordinationsteam der LA 21, das aus allen elf Arbeitskreisleitern, dem Stadtrat und allen Gemeinderatsfraktionsführern besteht, sieht die Initiative positiv und räumte dem Projekt einen Sonderstatus ein – während der Gemeinderat im Herbst zunächst die Leitziele der LA 21, nicht aber Maßnahmen beschließt, gab es „grünes Licht“, um am Jugendbetreuungsmodell konkreter weiterzuarbeiten.

Martina Stöckl von der Wirtschaftsstelle im Stadtamt holte weitere Informationen bei der Gemeinde Irdning über die konkrete Abwicklung ein und fragte bei Einrichtungen der Stadt an, wieweit Interesse besteht, Jugendliche im Rahmen des Projektes zu beschäftigen.

Positive Rückmeldungen kamen bisher vom Erlebnisbad Wave (Garten- und einfache Wartungsarbeiten), vom Gesundheits- und Sozialsprengel (Besuchsdienst) sowie vom Betagtenheim (Besuchsdienst, Botengänge im Pflegebereich, Gartenpflege, Blumenpflege im Haus, Essenlieferungen fürs Gesundheitszentrum sowie ev. Bardienst am Nachmittag im Hauscafé). Vom Bauhof liegt noch keine Stellungnahme vor. Agenda-Mitarbeiterin Elisabeth Lederwasch nahm Kontakt mit Seniorenorganisationen und der Lebenshilfe auf, wobei die Lebenshilfe konkret ihr Interesse am Mitmachen bekundete.

In Irdning wurde nach einem ähnlichen Projekt der Gemeinde Kaprun von Irdninger Jugendlichen in Zusammenarbeit mit dem Fachausschuss Familie, Frauen, Jugend und Technologie sowie einigen Privatpersonen das Modell „youth @ work“ ausgearbeitet. Die Jugendlichen füllen einen Anmeldebogen mit ihren Interessensgebieten aus und werden dann in eine Datenbank aufgenommen. Derzeit sind über 130 Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren registriert, die aus sozialversicherungsrechtlichen Gründen maximal zwei Stunden pro Woche in Einrichtungen der Gemeinde mithelfen.

Für jede Stunde gibt es bei den Dienststellen einen Punkt. Im Fachausschuss einigte man sich in Irdning darauf, was ein Punkt wert sein soll und kam auf 1,50 bis 2 Euro. Mit diesem Grundgerüst wurden die ortsansässigen Betriebe angeschrieben.

Das Irdninger Modell dient jetzt als Ausgangsbasis und soll für Wörgl adaptiert werden.

Die grundsätzliche Frage, ob das Beschäftigungsprojekt nur für Jugendliche oder ohne Altergrenze umgesetzt werden soll, führte zu Diskussionen, die in einen Kompromiss mündeten: Als Jugendmodell starten, die Option zur Erweiterung offen lassen. Gerade für Menschen, die von Isolation bedroht sind, bietet das Programm eine Möglichkeit zur aktiven Teilnahme am Gesellschaftsleben. Beim Start als Jugendmodell kann die Bewerbung der Zielgruppe entsprechend besser erfolgen.

Michael Graf regte an, die Gutscheine, die für die gesammelten Punkte eingewechselt werden, nicht nur einmalig zu verwenden, sondern sie weiterzugeben. „Wer was leistet, soll sich auch was gönnen“, meinte Michael. Er schlug vor, die Gutscheine mit einem Verfallsdatum zu versehen.

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