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Neues zu den Projekten der Social Trade Organisation in Südamerika

Die Social Trade Organisation STRO beschäftigt sich seit Jahren mit der Umsetzung von Komplementärwährungen und gewann mit einem Mikrokreditsystem unter Einbindung einer Lokalwährung sowie des Konsumenten-Produzenten-Verbandes Compras 2007 den Michael Unterguggenberger Preis.

Die Erfahrungen aus den Projekten in Brasilien fließen bei der Umsetzung des derzeit interessantesten Komplementärwährungs-Experimentes in Südamerika ein, das STRO in Uruguay durchführt. Mit seinen 3,3 Mio. Einwohnern war Uruguay bis zur Argentinien-Krise 2002 die "Schweiz" Südamerikas. Seither hat sich das Land nicht von der Wirtschaftskrise erholt.

Um hier Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, plant STRO seit über einem Jahr die Einführung einer Komplementärwährung in großem Stil. In der ursprünglichen Planung war dabei ein Bauprogramm zur Sanierung der maroden, aber sehr schönen Altstadt in der Hauptstadt Montevideo geplant - ähnlich dem Wörgler Freigeld-Nothilfeprogramm 1932/33.

Die Vorbereitungsarbeiten fürs Bauprogramm traten nun aber in den Hintergrund. "Wir waren einfach zu beschäftigt mit der Vorbereitung der Ausgabe der Komplementärwährung, die nun im März 2009 erfolgen soll", teilt Jaap Vink von STRO mit. "Zum Start des Projektes steht ein rotierender Fonds in Komplementärwährung im Wert von fünf Millionen Dollar zur Verfügung." Geld, das die Regierung von Ururguay nicht nur zur Verfügung stellt, sondern der Staat auch selbst ausgibt. Jaap: "Dieses Geld erhalten kleine und mittlere Unternehmen als Kredit und wir hoffen, dass dieser Fonds nach dem Start rasch anwachsen wird. Diese Komplementärwährung gilt in der Wirtschaft ebenso als Zahlungsmittel wie bei großen Staatsbetrieben, es kann auch wie damals in Wörgl die Steuer damit bezahlt werden."

STRO-Straßenkinder-Projekt läuft eigenständig weiter

Eine gute Nachricht gibt´s auch zum STRO-Projekt in Porto Alegre/Brasilien. Mit dem Geldpreis des Unterguggenberger Preises half STRO beim Aufbau eines Restaurants für Straßenkinder, das auch als Ausbildungs-Lehrbetrieb für Jugendliche fungiert. "Bei diesem Projekt haben wir unsere Beteiligung nun auf ein Minimum reduziert, weil es die Leute vor Ort selbst betreiben können. Es ist immer das Ziel von STRO-Projekten, das sie am Ende ohne unsere Unterstützung laufen. Wir hoffen, dass die Nachbarschaft das Projekt erfolgreich erweitern wird", berichtet Jaap Vink. Das Restaurant verwendet für seine Aktivitäten derzeit sowohl die staatliche Währung, als auch die vor Ort bestehende Komplementärwährung Rubi.

Die leistungsgedeckte Lokalwährung Rubi, die mit Hilfe von STRO im armen Bezirk Rubem Berta vor rund vier Jahren eingeführt wurde, zirkuliert lokal in jahreszeitlich schwankender Menge.

Beständiges Wachstum weist das CompRaS-Netzwerk auf. Dieser Zusammenschluss von Konsumenten und Produzenten verwendet Verrechnungseinheiten auf Konten als Zahlungsmittel. Jaap Vink: "Das CompRaS Netzwerk umfasst derzeit rund 900 lokale Unternehmen mit einem Transaktionsvolumen von rund 200.000 Euro in Komplementärwährung."

Weitere Infos zu STRO gibt´s hier...


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