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Komplementärwährungs- und Regiogeld-Tagung in Weimar

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Kulturstadt Weimar - die Bauhaus-Universität diente als Veranstaltungsort für Kongress und Tagung.


D-Mark, Schilling, Lire und Franc sind gerade mal von der Bildfläche Europas verschwunden, da taucht plötzlich eine neue bunte "Zettelwirtschaft" auf: Regiogeld, Talente-Gutscheine und andere Verrechnungs-Modelle, etwa auf Zeitbasis, treiben bunte Blüten.  Woher kommt der Trend zur monetären Vielfalt und welche Chancen stecken in der Idee, unser Geldsystem zu demokratisieren und einen Wettbewerb der Geldsysteme zu starten? Diesen Fragen gingen die internationale wissenschaftliche Tagung "Monetäre Regionalisierung - Regionalwährungen als Katalysatoren einer endogenen Regionalentwicklung" am 28. und 29. September 2006 sowie der 4. Regiogeld-Kongress am 30. September und 1. Oktober 2006 in der Bauhaus-Universität Weimar nach.


"Geld ist die Lösung, nicht das Problem" Loren Gatch


"Wir sollten das Thema Geld nicht den Ökonomen überlassen, es durchdringt alle gesellschaftlichen Bereiche", begründete zur Eröffnung der internationalen wissenschaftlichen Tagung zur monetären Regionalisierung Kay Voßhenrich vom Organisationsteam  des Regioprojekt e.V. Weimar die Absicht, erstmals eine wissenschaftliche Fachtagung auf universitärer Ebene zum Thema Komplementärwährung auf die Beine zu stellen. Schon zu Goethes Zeiten wusste man in Weimar, "Wissens-Cluster" zu organisieren, und so schaffte es das Team um Kay Voßhenrich, Ludwig Schuster und Iris Dähnke, Menschen von allen Kontinenten zu mobilisieren.


Über 260 angemeldete und etliche kurzfristig entschlossene Tagungs- und Kongressteilnehmer fanden sich in Weimar ein und erlebten, wie sich eine von Prof. Loren Gatch formulierte Schlussfolgerung mit Leben erfüllte - es gehe nicht darum, dass Gemeinschaften Geld lukrieren, sondern das Geld soll die Gemeinschaften bilden.


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Ein gut gefülltes Auditorium in der Universitätsbibliothek der Universität Weimar - das Interesse am Thema Komplementärwährung steigt rasant. Ludwig Schuster und Kay Voßhenrich - ein "großes Dankeschön" an euch und euer Organisationsteam vom REGIOprojekt e.V. (teilweise abgebildet im 3. Foto von links). Rechts im Bild der Vorstand des Regioverbandes, der am 8. Februar 2006 gegründet wurde: Muriell Herrmann, Christian Gelleri, Frank Jansky, Ralf Becker, Annette Bickelmann und Franz Galler.


Geld schafft Handlungs-Spielraum


Experimentierfreudig brechen immer mehr regionale Initiativen auf, um zusätzliche Zahlungsmittel zu verwenden. In Deutschland verzeichnet vor allem die Regiogeld-Idee derzeit ein sprunghaftes Wachstum: 17 Initiativen wirtschaften mit den bunten Gutscheinen, 18 weitere bereiten die Ausgabe für heuer noch vor. Um die bunte Schein-Vielfalt zu präsentieren, kamen Annette Bickelmann, Kay Voßhenrich und  Ludwig Schuster vom Organisationsteam auf die charmante Idee, ein Regiogeld-Quartett  unter dem Motto "Geld allein macht nicht glücklich" herzustellen. Unter den 36 Karten-Motiven finden sich mit der Wära und  dem Wörgler Arbeitswertschein auch historische Komplementärwährungen.


Eine spielerische und damit erlebnisorientierte Annährung an das komplexe Thema Geld bot im Rahmen der 33 angebotenen Workshops beim Regiokongress das Unterguggenberger Institut mit der Präsentation des Wirtschaftsraum-Spielentwicklungsprojektes "Kröten, Blüten, Cybercash". 2005 wurden gemeinsam mit SchülerInnen der Handelsakademie Wörgl Spiele zu den Wirtschaftssystemen kapitalistische Marktwirtschaft, Talente-Tauschkreis, Wörgler Freigeld und Joytopia nach der Lebensgeld-Idee von Bernd Hückstädt entwickelt. Projektleiter Nevio Da Jerof ließ die 22 Teilnehmer, die sich in Spielteams gruppierten, in einen Wirtschaftsraum schnuppern, in dem ein Grundeinkommen auf Basis eines sich rasch entwertenden Zahlungsmittels seine Wirkung entfaltet. Nach Abschluss der noch laufenden Entwicklungsphase werden die Spiele 2007 veröffentlicht.


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Regeln lernen durch Erleben im Spiel - Nevio Da Jerof vom Unterguggenberger Institut leitete den Spiele-Workshop im Rahmen des Regiogeld-Kongresses. Bild rechts: Tiroler Initiativen in Weimar - das Unterguggenberger Institut repräsentierten Nevio Da Jerof und Veronika Spielbichler (v.l.), für den neu gegründeten Verein "Tiroler Stunde" waren die designierte Obfrau Kathrin Bertoldi (2.v.r.) und Koordinator Georg Pleger (r.) in Weimar.


Weitere Beiträge über die Referate und Initiativen folgen.


Infos im Internet auch unter:
www.regiogeldkongress.de
www.monetary-regionalisation.com



 

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